18.09.2019:
Bericht von der Verkehrskontrollfahrt des Seniorenbeirates der Stadt Laatzen in Ingeln-Oesselse am 17.09.2019

Von ⇒[ Rüdiger ]
Dies ist ein Bericht aus der Sicht des ADFC und gibt nicht unbedingt die Meinung des einladenden Seniorenbeirates wieder.
Der ADFC hatte sich zur Mitfahrt entschlossen, um die speziellen Probleme des von Laatzen-Mitte entfernteren Ortsteil Ingeln-Oesselse mit eher dörflichem Character bei dieser Verkehrskontrollfahrt kennenzulernen.

Die Verkehrsinfrastruktur von Ingeln-Oesselse ist geprägt von der Kreisstraße K266 in West-Ost-Richtung, die die Wohngebiete mit Häusern mit einer eher geringen Geschosshöhe nördlich und südlich der K266 durchschneidet.
Auf der K266 gibt es morgens und spätmachmittags Berufs-/ Pendlerverkehr, tagsüber auch Schwerlastverkehr.
Der Verlauf der K266 durch den Ort ist leicht hügelig (Höhendifferenz ca. 15 m) und auch kurvenreich, sodass querende Radfahrer und Fußgänger den Kfz-Verkehr teils erst spät erkennen.
Im Bereich der Schule verengt sich die K266 sogar - hier sind dann 30 km/h angeordnet.
In den Wohngebieten ist ebenfalls 30 km/h angeordnet. Es gibt auch verkehrsberuhigte Bereiche (Zeichen 325.1).
Auf der Südseite der K266 befindet sich ein sog. Supermarkt, zu dessen Erreichen die Anwohner des nördlichen Wohngebietes die K266 überqueren müssen.
In West-Ost-Richtung verläuft von der B6 ausgehend ein gemeinsamer Geh- und Radweg, der in Oesselse ab Wehmeweg auch in Richtung Westen (B6, Gleidingen) benutzt werden muss (einseitiger Zweirichtungsradweg).

Der ADFC hatte in der Vergangenheit der Stadtverwaltung Laatzen Verbesserungsvorschläge für Wege für Radfahrer für Ingeln-Oessele mitgeteilt:
  • Am 09.01.2013 - Radweg-Verbesserungs-Möglichkeit/ Gefahrenpunkt #45:
    Sichere und durchgehende Radverkehrsanlage im Verlauf der Hauptstr. und Gleidinger Str. (K266) durch die Ortsteile Ingeln und Oesselse notwendig ⇒[ mehr lesen ]
  • Am 09.01.2013 - Radweg-Verbesserungs-Möglichkeit/ Gefahrenpunkt #46:
    Radweg-Gebotsschilder fehlen an der K266 von Oesselse nach Gleidingen ⇒[ mehr lesen ]
  • Am 12.02.2015 - Radweg-Verbesserungs-Möglichkeit/ Gefahrenpunkt #56:
    Enges Drängelgitter und fehlende Absenkung an der Bokumer Str./ Ingeln-Oesselse ⇒[ mehr lesen ]

Der Verkehrsentwicklungsplan sieht eine Radschutzspur auf der nördlichen Seite der K266 vor (Anlage 3 VEP Baustein Rad, Seite 41, Maßnahmenvorschlag "Strecke 14", Abb. 7.9).

Die Besichtigungstour am 17.09.2019
Es haben sich ca. 20 Interessierte getroffen - in Begleitung einer Beamtin der Polizei, eines Beamten der Polizei und einer Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, Bereich "Sicherheit und Ordnung".
Gestartet wurde um 10:00 Uhr am Dorfbrunnenplatz in Ingeln-Oesselse.
Den Tourverlauf kann man sich auf einer Karte ⇒[ hier ansehen ].
Die GPX-Datei kann man sich ⇒[ hier herunterladen ] und sich mit diesem GPX-Viewer ⇒[ ansehen ].

Aufgefallene und diskutierte Verbesserungsmöglichkeiten (sind ggf. nicht vollständig):
  • Unübersichtlichkeit beim Einbiegen von der Rotdornallee in die K266 (Gleidinger Str.)
  • Auf der K266 dann in Richtung Westen (Gleidingen, B6) ist die K266 zu queren, um auf den benutzungspflichtigen Zweirichtungsrad- und Gehweg zu gelangen.
    Vorgeschlagen wurde den Gehweg auf der nördlichen Seite der K266 bis zur Bushaltestelle für "Radfahrer frei" freizugeben, da dort durch die vorhandene Verkehrsinsel die K266 sicherer überquert werden könne.
    Durch den vom Verkehrsentwicklungsplan vorgeschlagene Radschutzspur auf der nördlichen Seite der K266 bis zur besagten Bushaltestelle mit der Verkehrsinsel wäre es auch möglich, mit dem Fahrrad bis zur Verkehrsinsel auf der nördlichen Seite der K266 zu radeln und dort die K266 sicherer zu queren.
  • Der gemeinsame Geh-/ Radweg in Oesselse ist zugewachsen und hat damit seine ursprüngliche Breite eingebüßt. Hier müssten die Grasbüschel entfernt werden.
  • Generelle Geschwindigkeitsbegrenzung 30 km/h auf der K266 im Ort. Das wurde kontrovers diskutiert. Teils gewünscht, aber auch Ablehnung mit den Argumenten "Der Verkehr staut sich", "Es wird doch schneller gefahren".
    Hinweis: Bei Unfällen bei 50 km/h zwischen Kfz und Radfahrern und Fußgängern hat das zu ca. 80% einen tödlichen Ausgang. Bei 30 km/h überleben ca. 80&.
  • Die im Verkehrsentwicklungsplan vorgeschlagene Radschutzspur. Auch das wurde kontrovers diskutiert. Teils Zustimmung, aber auch Ablehnung mit den Argumenten "Der Verkehr staut sich", "Es wir zu dicht an Radfahrern vorbei gefahren". Stattdessen den südlichen gemeinsamen Geh-/ Radweg auch in Richtung Westen für Radfahrer freigeben; d.h. Zweirichtungsradweg.
    Hinweis: Die meisten Unfälle mit Radfahrern passieren, auf Radwegen bei Straßeneinmündungen und -kreuzungen - insbesondere auch auf Zweirichtungsradwegen.
  • Die Kleiderspendenbox (wohl mehr als 2 Meter Höhe) versperrt die Sicht der Autofahrer, die den Netto-Parkplatz verlassen, auf den Geh-/ Radweg. Die Kleiderspendenbox sollte versetzt werden.
  • Taktile Elemente für Sehbehinderte fehlen an einigen Bushaltestellen zum Auffinden der passenden Querungsstelle.
  • An diversen Straßeneinmündungen fehlen Bordsteinabsenkungen.
Die Tour endete um ca. 12:00 Uhr wieder am Dorfbrunnenplatz.


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